• Samira

Wann beginnt eine geistige Revolution?

Wann beginnt eine geistige Revolution? Beginnt sie mit einem Gedanken daran, dass irgendwas nicht stimmt? Ein Gefühl, dass erst nur ganz sachte an deine Tür klopft bis im Laufe der Zeit ein heftiges Hämmern entsteht, begleitet von rastlosen Momenten in denen man befürchtet innerlich zu zerreißen... ja, so kann sich das anfühlen. Es gibt Menschen die tragen ihr Leben lang nur ein seichtes Klopfen in ihrem Kopf, es wird, ob bewusst oder unbewusst, nicht genährt. Manche tragen mittlerweile ein Hämmern in sich, ob genährt oder nicht, welches in ein Handeln umgesetzt werden muss, oder der Stillstand den Tod bedeutet. Das ist es was mit mir passiert. Und ich habe Angst, Angst das Klopfen in meinem Kopf niemals besänftigen zu können.

Ich probiere alles aus, ich ziehe um, verbringe Zeit mit den verschiedensten Menschen, mache die ersten Schritte auf der Karriereleiter, tanze stundenlang und doch dreht sich alles um mich herum in einem einzigen Strudel aus Ereignissen, dessen Richtung zu beeinflussen mir unmöglich scheint mit meinem Energiepegel. Oder bin ich nur orientierungslos und es fehlt mir an Zielstrebigkeit?

Ich möchte mich nicht damit begnügen in meinem kleinen Umfeld zu wirken. Ich möchte nicht im kleinen Anfangen, Schritt für Schritt und im Endeffekt nie bei meiner Definition von Groß enden. War Sisyphos so glücklich? Das Gefühl geht nicht weg. Das Gefühl in dieser Welt doch einen Platz haben zu müssen, die Umrisse zu erahnen und doch nicht zu sehen. Das Gefühl zu haben blind durch eine große Welt zu laufen macht mich krank. Ich will doch sehen.

Doch wenn Stillstand Tod bedeutet und ich nicht gewillt bin die kleinen Schritte zu machen, weil ich hoffe irgendwo große Schritte herzuzaubern, dann muss ich doch sterben.

Vielleicht brauche ich eine Definition von "klein" um mit mir selber gnädiger sein zu können. Doch möchte ich mich manipulieren? Oder ist das auch wieder relativ da ich aus einer Verkettung von Manipulation mein Bewusstsein aufgebaut habe? Wer wäre ich wenn ich ein Mensch in einem leeren Raum wäre? Ohne Einflüsse in irgendeiner Art. Wäre ich überhaupt ein Mensch? Wohl kaum... mir würde jeder Bezug zum Menschsein fehlen. Ich hätte wohl noch ein paar instinktive Eigenschaften und würde zum Beispiel selber auf die Idee kommen meinen Körper zu erkunden, aber würde ich meinen Sinn in Frage stellen? Ist das eine feste Eigenschaft eines Menschen, der mit nichts in Kontakt kommt. Ist das einfache Sein unerreichbar?

Dass Menschen Herdentiere sind ist größtenteils bekannt. Laut fragwürdigen Studien sterben wir ohne die Zuneigung anderer. Andere müssen auch nicht unbedingt Menschen sein. Oder doch? Könnten Figuren wie Mogli oder Tarzan wirklich existieren? Oder wäre es nur möglich wenn ein Mensch mindestens einmal über Moglis Gesicht liebevoll gestrichen hätte?

Man könnte gefühlt alles unendlich aufspalten. Müsste dann, egal wie lang die Reise, irgendwann das Ergebnis dasselbe sein?

Man kann es sich unendlich kompliziert machen, oder man fügt dem Denkweg, der möglicherweise unendlich ist, eine neue Gabelung hinzu. Ganz einfach indem man von etwas ausgeht und schaut wie wacker sich die neue Verzweigung hält oder sogar niemals zurückgegangen werden muss. Das ist ein Spiel. Und wir tun nichts Anderes. Unsere eigenen Gabelungen setzen und mal munter drauf herumlaufen. Klingt doch fast nach etwas eigenwilligen Spielfiguren, nicht?

Und das Schöne daran? Man hat in der Regel die Wahl. Hält man das Spiel des Lebens nichtmehr aus, dann kann man aufgeben. Game over.

Was wollt ihr von mir hören? Eine Lebensgeschichte? Wollt ihr Zeitgeist? Bin ich repräsentativ für eine ganze Generation? Und wenn ich euch jetzt sage ich bin kein Verfechter der Emanzipation wie wir sie durchführen. Wollt ihr dann noch immer meine Geschichte hören? Dieser Punkt an dem ich begriff, dass Männer genauso leiden wie Frauen, besonders die Männer meiner Generation, besonders in emanzipierten Ländern... versteht ihr das überhaupt? Ich scheiss auf Frauenparkplätze, auf Gendern, aber Familienparkplätze machen den alltäglichen Samstagseinkauf einer Bilderbuchfamilie schon leichter. Gut gedacht aber nicht genug. Ich bin ein Menschenfreund, doch Frust der in Angst und Angst die in Hass mündet, wer kennt es nicht. Wer bleibt durchgehend Menschenfreund? Wenn jemand dein geliebtes Kind, dem du noch vor Minuten durch die seidigen Haare gestrichen hast, an den Füßen packt und den Kopf solange gegen die Steinmauer schlägt bis der Schädel platzt, würdest du dich noch einen Menschenfreund schimpfen?

Frauen sind die Verkörperung der Versuchung, der Leidenschaft, so mächtig, dass aus dem Frust der Männer Angst wurde, die schließlich in Hass umschwenken musste und so wurden Frauen verfolgt, vergewaltigt, verbannt, verbrannt, verstümmelt, versklavt. Und warum passiert das? Leiden die Männer nicht heute darunter alle Verantwortung übernehmen zu müssen und rennen sogar oft davor weg. Der sogenannte Hass, der blinde Zorn ist das letzte Aufbäumen vor der Gleichgültigkeit. Vielleicht sind wir nicht immer einer Meinung, dennoch merkt ihr wie heftig gewisse Worte uns geprägt haben. Das Wort Hass ist krass, doch eigentlich der letzte Anker vor der Sintflut. Wir brauchen keine Beschäftigungstherapie in dieser Form.

Also warum bekämpfen wir das was sich doch eigentlich ergänzen kann? Wer zieht die Fäden in diesem kranken Spiel. Ja, wir sind etwas eigenwillige Spielfiguren, doch willig genug um mit uns spielen zu können. Haben wir eine Chance auszubrechen? Leider nicht unter den momentanen Umständen. Und bevor sich wirklich was verändert drückt jemand den roten Knopf. Das bedeutet wir müssen die Augen öffnen, hinterfragen und brauchen verlässliche Informationsquellen. Die neue Gabelung des Weges wir nicht leicht.

Glaub nichts und gleichzeitig alles. Sei bereit dein Verständnis in jede Richtung auszubreiten und zusammenzuziehen bei Bedarf.




0 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Gedanken